Wanderung des Geraer Wandervereins e.V.

„Kraftsdorf und Umgebung“

Am 04.03.2012 trafen sich alle interessierten Wanderer zur vereinbarten Zeit am Bahnhof in Kraftsdorf. Die meisten reisten mit ihrem Pkw an, wenige kamen mit dem Zug aus Gera.

Als einer der Letzten traf der Wanderleiter, unser Volker Lohse, nebst Hund am Treffpunkt ein.

Als er die große Wanderschar erblickte, verlangsamte sich sein Schritt. Mit 10 - 12 Wander-freunden hatte er schon gerechnet, jedoch nicht mit 32 Wanderern und 2 Hunden.

Neben vielen Wanderern aus unserem Verein hat die Veröffentlichung in der Zeitung dazu beigetragen, dass eine stattliche Anzahl von 15 Gästen, vorwiegend vom Deutschen Alpen-verein, Sektion Gera, an unserer Wanderung teilnehmen wollte.

Nachdem Volker den ersten Schreck verdaut hatte, begrüßte er alle Anwesenden und stellte den Ablauf seiner Wanderung vor. Danach ging es bei angenehmen Temperaturen auch gleich los. Die Wanderung verlief durch das angrenzende Kirchtal, vorbei an ehemaligen Steinbrüchen und der gut erhaltenen und durch Ortsansässige gepflegten Hubertusquelle mit Rastplatz. Weiter ging es unter der Autobahn BAB 4 hindurch, vorbei am MUNA-Gelände und dem dortigen Denkmal „Schwertstein“ für erschossene Lagerinsassen und bei Spren-gungen ums Leben gekommene Amtspersonen (hier der evtl. zu neugierig gewesene na-mentlich benannte Bürgermeister und ein Ortspolizist) durch den angrenzenden Wald bis nach Stübnitz.

Während dieser Wanderetappe hatten Volker und ich, für alle Wanderer unbemerkt, noch ein schwieriges Problem zu lösen. Zur Mittagseinkehr waren wir im Gasthof „Stübnitz“ angemel-det, jedoch lediglich mit 10 - 12 Personen. Unsere Aufgabe bestand nun darin, wie überzeu-gen wir die Wirtsleute, plötzlich 20 Personen mehr zu verköstigen, zumal es Sonntag war, eine Familienfeier mit ca. 50 Personen und weitere vorgemerkte Gäste bereits ihr kommen angekündigt hatten. Am Telefon klang der Gastwirt nicht nach ausgelassenem Übermut. Wir hofften, dass die Wirtsleute gute Geschäftsleute sind und uns nicht wegschicken.

Zum Schluss hat alles bestens geklappt, jeder hat sein Wunschessen bekommen, ist satt geworden und es hat allen geschmeckt.

Nach gut 1 ½ Stunden setzten wir unsere Wanderung fort und die lustige Gesellschaft be-wegte sich nach dem Essen zuerst eher etwas langsam, aber stetig bergauf in südliche Rich-tung zur Autobahnunterführung. Der weitere Weg führte uns auf den Tümmelsberg, für viele eine Erstbesteigung mit 361,5 m ü.N.N. Die angeblich höchste Erhebung im ehemaligen Be-zirk Gera, wie uns eine befreundete Wanderin mitteilte.

Auf dem Tümmelsberg sollte ursprünglich im Zusammenhang mit dem dreispurigen Ausbau der Autobahn eine Autobahnkirche erbaut werden. Dazu kam es aber letztlich nicht, weil an dieser Stelle keine Ausfahrt bzw. ein Rastplatz vorgesehen war. Unabhängig davon bot uns der Tümmelsberg eine herrliche Fernsicht in Richtung Käseschenke bzw. Kraftsdorf. Bei kla-rem Wetter wäre die Sicht noch beeindruckender gewesen.

Über Wiesen und Feldwege ging es zurück nach Kraftsdorf. Ca. 14 km lagen hinter uns und alle waren sich einig, dass sich die Teilnahme an der Wanderung gelohnt hat.

Abschließend noch ein sehr wichtiger Hinweis. Volker erinnerte uns daran, dass dies seine 50. geführte Wanderung und zugleich (er ist 72 Jahre) seine letzte Wanderung als Wander-leiter war. Von allen Anwesenden und natürlich auch von mir wurden dankende Worte an Volker Lohse gerichtet. Leider konnte ich nicht vorab auf dieses Jubiläum reagieren, weil unser Verein dazu keine Statistik führt. Eigentlich schade!

Thomas Weiser