Wanderung des Geraer Wandervereins e.V.

Unsere "Turmwanderung" im Jenaer Forst

am 21.09.2013

Um 8.00 Uhr trafen sich 17 Wanderfreunde an der Berufsakademie in Gera für eine Wanderung durch den Jenaer Forst. Mit PKW-Fahrgemeinschaften ging die Fahrt über die A 4 nach Jena bis zu den Parkplätzen neben einer Gartenanlage im Stadtteil Lichtenhain. Von dort ging es zunächst allmählich, dann recht steil auf den Bergrücken zum Ernst-Haeckel-Stein. Unsere Wanderfreundin Carmen hatte Geburtstag - die Glückwünsche gab es bereits am Start - und zur 1. Pause teilte sie ihren leckeren selbstgebackenen Apfelkuchen aus. Nach diesem kleinen "Geburtstagsessen" war der nächste Punkt der Oto-Schott-Platz.

Neben dem Platz, der z.Zt. verlassen ist und nicht betreten werden kann, war an einer Bankgruppe die eigentliche Frühstückspause. Weiter wanderten wir dann auf Waldwegen bis zum Stern - mit einer kleinen Pause - und danach zum Bismarkturm. Der Turm war geöffnet, so hatten wir von oben eine schöne Sicht auf die Saalestadt. Der nächste Punkt unserer Wanderung war das Forsthaus, dort war für 12.30 Uhr das Mittagessen bestellt. Das Essen war gut und jeder wurde satt. Ab 13.00 Uhr wurde der Forstturm für uns geöffnet - damit konnten wir zum zweiten Mal von oben auf Jena schauen. Unser Dank geht dafür an die "Berggesellschaft Forsthaus e.V.", Herrn Kallus.

Nachdem sich alle sattgegessen und sattgesehen hatten, stand das Ende der Wanderung auf dem Plan: zunächst auf Waldwegen zum Schott-Platz, dann der Abstieg vorbei am "Waldschlößchen" (leider z.Zt. geschlossen) und einer Gartenanlage bis zum Parkplatz. Per PKW ging es ca. 15.00 Uhr wieder nach Hause. Die Länge der Wanderstrecke betrug insgesamt ca. 13 km. Über das Wetter konnten wir uns nicht beschweren; die Temperatur war zum Laufen angenehm und die Sicht vom Haeckel-Stein und von den beiden Türmen war gut. Alle 17 Teilnehmer waren mit dem Tag zufrieden.

In der Zusammenfassung einige kurze Angaben zu Orten an der Strecke

Haeckel-Stein: Lieblingsplatz des Zoologen Ernst Haeckel; 1969 zum 50. Todestag errichtet

Forst: Naherholungsgebiet mit Wanderwegen, teilweise Naturschutzgebiet

Forsthaus: die älteste Jenaer Berggaststätte, seit 1863

Stern: Kreuzung von 7 Schneisen, 1870 angelegt, mit Blicken nach Cospeda, zum Napoleonstein, zur Kunitzburg, zum Fuchsturm, zur Lobdeburg, zur Leuchtenburg und zum Forstturm

Bismarkturm: ein auf Initiative der Jenaer Studentenschaft errichteter Turm, eingeweiht 1909; Vorbild war das Gotenköniggrabmal in Ravenna; von 1925 bis 1994 war ein Wasserbehälter installiert; zu DDR-Zeiten hieß das Bauwerk "Turm der Jugend"

Forstturm: ein Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des Jenaer Bataillons (3. Bat. des 5. Thür. Infanterie-Regiments Nr. 94) mit Aussichtsplattform, eingeweiht 1874

Einiges über Jena

Universitätsstadt und Hochtechnologiezentrum im Saaletal, über 100 000 EW (Zahl steigend). Erste Erwähnung um 880 als "Jani"; etwa 1230 erfolgte die planmäßige Stadtgründung und Entwicklung zu einem Handelsplatz. Jena erhielt das Stadtrecht ab 1236 (damals Weinbauernsiedlung); ab 1331 war die Stadt im Besitz der Thüringer Landgrafen; ab 1349 im Besitz der Wettiner (nach dem Leipziger Vertrag von 1485 Ernestinische Linie); ab 1741 gehörte sie zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Zwei Persönlichkeiten aus dem Adel waren an der Entwicklung der Stadt maßgeblich beteiligt: Der aus Franken stammende Hartmann von Auhausen und der sächsisch-ernestinische Kurfürst Johann Friedrich I. Hartmann von Auhausen siedelte sich im 12. Jh. in Jena an; dessen Familie nannte sich danach "von Lobdeburg"; die Herren von Lobdeburg leiteten die Stadtgründung und weitere Stadtentwicklung. Johann Friedrich I., der Großmütige (genannt Hanfried), war ein Neffe des sächsischen Kurfürsten Friedrichs III. Nach der Auseinandersetzung mit Kaiser Karl V., der nachfolgenden Gefangenschaft (1547 bis 1552), der verlorenen Kurwürde und der verlorenen Ländereien gründete er mit Hilfe seiner Söhne eine Hohe Schule in Jena (Eröffnung 1548) - die spätere Universität (1558).

Im 19 Jh. setzte die Industrialisierung ein (1846 optische Werkstätten Zeiß, 1882 glastechnisches Laboratorium Schott). Aus dem bakteriologischen Labor von Schott & Gen entstand 1944 das Institut für Mikrobiologie, es war die Grundlage für den späteren Betrieb Jenapharm.

Jena war im 18. und 19 h. der Wirkungsort vieler bedeutender Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Haeckel, Schleiden, Abbe, Zeiß, Schott, Hegel, Fichte, Brentano usw.

Schon im Mittelalter waren die 7 Wunder Jenas bekannt: ara (Altar der Stadtkirche mit Durchfahrt), caput (Kopf - der "Schnapphans" am Rathaus), draco (Drachenmodell im Museum), mons (Berg - der Jenzig), pons (alte Camsdorfer Brücke), vulpecula turris (Fuchsturm), weigeliana domus (Weigelsches Haus mit vielen Besonderheiten - es existiert nicht mehr).

Jena besitzt das weltälteste Planetarium und die Teufelslöcher (Höhle nahe der Sportschule) sind die erste urkundlich erwähnte Höhle Deutschlands (1319).

Jena ist reich an Sehenswürdigkeiten in der Stadt und Wanderzielen in der Umgebung.

Die Stadt ist fast ringsum von Muschelkalkbergen umgeben.Wegen des Kalkbodens und des milden Klimas haben sich dort zahlreiche kalkliebende Pflanzen angesiedelt, von denen viele geschützt sind.