Wanderung des Geraer Wandervereins e.V.

„Die Frühjahrsblüher auf dem Hausberg“

am 11.04.2015

Jedes Frühjahr im April kann man auf dem Hausberg in Langenberg einen schönen Blütenteppich, der vor allem aus weißen Buschwindröschen besteht, bewundern.

Am Morgen des 11. April hatten sich 21 Wanderfreunde zu einer kleinen Wanderung zum Hausberg eingefunden. Einige Teilnehmer trafen sich an der Berufsakademie in Gera und fuhren mit dem Bus nach Langenberg, andere kamen mit dem PKW dorthin. Ca. 10 Uhr begann die Wanderung an der ehemaligen Augenklinik.

Es ging aber nicht direkt zum Hausberg, da wir auch einige km laufen wollten. So stiegen wir zunächst den Rusitzer Weg aufwärts bis auf die Hochebene. Dort bot sich ein schöner Blick in das Elstertal. Der Weg führte weiter bis nach Rusitz, wo wir auf einer Bank am Teich frühstücken konnten.

Nach der kleinen Stärkung führte die Strecke zunächst über ein Stück Landstraße und dann durch die Siedlung an der Mitschurinstaße etwas bergab zum Hausberg. Auf dem Hausberg gibt es einen ca. 800 m langen Rundweg um den ehemaligen Burghügel, an den Hängen war die weiße Blütenpracht zu bewundern. Daneben waren an einigen Stellen auch Veilchen, Himmelsschlüsselchen, und Leberblümchen zu sehen.

Für historisch Interessierte steht am Beginn des Rundweges eine Schautafel mit Angaben zur ehemaligen Burg.

Nach dem Abstieg über den "Vorspanneberg" war das Ende der Wanderung erreicht; einige Wanderfreunde verabschiedeten sich und für 14 andere bildete das Mittagessen in der "Bratwurstscheune" den Abschluss der kleinen Wanderung. In dieser Gaststätte gibt es gutes und preiswertes Essen. Das Wetter meinte es ebenfalls gut mit uns, es war trocken, teilweise sonnig, aber nicht zu warm.

In der Zusammenfassung einiges über Langenberg und seine Entstehung

Langenberg ist seit 1950 ein Ortsteil von Gera. Erste Erwähnung 1196 (Timo de Langenberc und Otto et Heidenricus de Langenberc als Burgmannen auf der Burg Langenberg).

Der Bau der Burg auf dem Hausberg wird etwa um 930 vermutet, zunächst als Wallburg aus Erde und Holz, im 11.Jh. als Steinbau. Die Burg diente zur Sicherung der eroberten slawischen Gebiete und zum Schutz benachbarter Handelswege - daraus entstand der Ort.

Der Hausberg ist eine 260 m hohe Bergzunge zwischen dem Schoßbach und dem Schafgrund in Langenberg.

Langenberg lag im 10. Jh. im Gau Ponzova und gehörte zur Mark Zeitz (968 unter Otto I. gegründet).

Langenberg wurde Burgwardum (Burg- und Marktort, Verwaltungsbezirk) neben dem Burgwardum Gera. 1502 kam es zum Amt Gera. 1505 gab es das erste Ortsrecht und Braurecht, 1933 Stadtrecht. 1934 war die 1000 - Jahr-Feier (die Ortsgründung 934 ist aber umstritten). 1950 erfolgte zusammen mit anderen umliegenden Orten die Eingemeindung zu Gera.

Der Name Langenberg soll nicht vom Langen Berge abgeleitet sein, sondern von der Langen Burg - der Form der Burg auf dem Hausberg (nach E.P.Kretschmer). Die Burg wurde im 15. Jh. zerstört und aufgegeben - ihre Steine sollen im 18. Jh. beim Bau des Tinzer Wasserschlosses verwendet worden sein.

Auf dem Hausberg errichtete der Arzt für Naturheilkunde und Homöopathie Dr. Blau mitte des 19. Jh. einen kleinen Aussichtspunkt (die "Blauburg"). Der Arzt unterhielt am Markt 13 eine Badeanstalt - Mitte der 60-er Jahre des 19. Jh. verließ er Gera im Streit mit Geraer Ärzten wegen der Heilverfahren.

Unterhalb des Hausberges gab es ein lehenspflichtiges Vorwerk, daraus wurde ein Rittergut. Es wechselte oft den Besitzer und bestand bis in die 20-er Jahre des 20. Jh., danach Abriss bis ca. 1930. Zum Rittergut gehörten Scheunen, Ställe, Brauerei, Hofteich und die Jakobskapelle.

Einige weitere Angaben:

Die Kirche 14- Heiligen entstand aus einer katholischen Messkapelle aus dem 13. Jh.; es gibt einen gotischen Altar der 14 Nothelfer aus dem 15. Jh., die Orgel stammt aus der Mitte des 18. Jh.

Eine Gemeindebrauerei existierte ab 1906 bis 1929 (vorher gab es eine Brau-Kommune).

Die Bahnstation Langenberg gibt es ab 1893.

Ab 1959 bis zur Wende existierte in der Eisenberger Straße in Langenberg die Augenklinik der Stadt Gera mit 40 Betten. Sie ging aus einer in den 30-er Jahren von der Arztfamilie Mulat errichteten Arztpraxis und späterem Entbindungsheim hervor.