Wanderung des Geraer Wandervereins e.V.

Kurzwanderung am Rande des Zeitzer Forstes

am 19.03.2016

Neben anderen Vereinen führt auch unser Verein regelmäßig Wanderungen im und neben dem Zeitzer Forst durch. In diesem Jahr sollte es zu den Märzenbechern bei Ossig (Raum Zeitz) gehen.

Allerdings ist eine Anreise problemlos leider nur über die Straßen möglich. So trafen sich am angegebenen Termin um 9.00 in Gera am Weg der Freundschaft (Parkplatz vor der Berufsakademie Gera) der größte Teil der Wanderfreunde zu der kleinen Tour am Rande des Zeitzer Forstes (ca. 6 km). Die Fahrt (PKW - Fahrgemeinschaften) führte über die B2, Giebelroth und Schellbach bis in die Rössler-Straße nach Ossig. Dort traf der Rest der Teilnehmer ein und so starteten 25 Wanderer, um die Märzenbecher zu besichtigen.

Die Kurzwanderung führte am alten Trafohaus vorbei in das Grabeholz bis zum Ende des begehbaren Weges. Die Strecke ist gut gekennzeichnet und auf einer großen Infotafel kann man einiges Wissenswerte über die Pflanze erfahren. Die Märzenbecher taten uns den Gefallen und hatten größtenteils ihre Blüten geöffnet. Diese Pflanzen stehen unter Schutz und sind giftig, sie sollten daher nicht gepflückt werden.

Nach dem Rückweg, einem kleinen Ortsrundgang und Besichtigung der romanischen Kirche wartete das Mittagessen im Ratsstübel auf uns. Nach vorheriger Anmeldung wurde für uns Wanderer ein schmackhafter Kesselgulasch gekocht - auch ein Sonderwunsch für anderes Essen konnte erfüllt werden. Wir bedanken uns für die gute Bewirtung.

Das Wetter meinte es gut mit uns, es war trocken und wolkig, teils sonnig, ca. 17 bis 20 °C. Dank der guten äußeren Bedingungen und der Disziplin der Teilnehmer war es eine gelungene Veranstaltung und wir fuhren nachmittags zufrieden nach Hause.

In der Zusammenfassung einige kurze Angaben zur Region und zum Ort

Zeitzer Forst

Ein Mischwaldgebiet zwischen Gera und Zeitz. Aus Funden geht hervor, dass hier bereits vor über 20 000 Jahren Menschen lebten. Die deutsche Besiedlung begann etwa um 800 - 900. Der Forst war einst königlicher Wald und kam später in den Besitz der Naumburger Bischöfe. Im 17. Jh. war er Jagdgebiet der Herzöge von Sachsen - Zeitz. Nach 1945 war ein großer Teil Truppenübungsgebiet der Roten Armee und deshalb gesperrt. Auch jetzt ist wegen Munitionsresten im Wald nur ein Teil freigegeben (östlich der Straße Breitenbach - Lonzig sowie bei Koßweda und Nickelsdorf). Durch das Waldgebiet im östlichen Teil führt der Ossiggrund, durch den die Aga fließt (sie mündet bei Raba in die Elster).

Ossig

Das Dorf am Rande des Zeitzer Forstes gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Droyßiger - Zeitzer Forst. Es soll der schönste Ortsteil der Gemeinde Schellbach sein. Auch überregional bekannt wurde Ossig durch die Märzenbecherwiesen im Grabeholz und das "Ossiger Kinderfest". An Interessantem gibt es in Ossig weiterhin mehrere alte Fachwerkhäuser (davon eine alte Schule), eine schöne romanische Dorfkirche, das Rössler-Denkmal und eine über 500 Jahre alte Dorflinde mit einem Umfang von 6,40 m (2009). In der Kirche liegt zum Lesen Infomaterial über die Kirche und Herrn Rössler.

Das Kinderfest in Ossig

Es geht auf den Maurergesellen Johann Gottlieb Rössler zurück. Er lebte von 1798 bis 1864 in sehr bescheidenen Verhältnissen und blieb bis zum Tode ledig. In seinem Testament hinterließ er der Schule 500 Taler mit der Auflage, dass mit der Hälfte der Zinsen jährlich ein Kinderfest stattfinden soll. Seit 1864 besteht diese Tradition. Jährlich findet in der 2. Julihälfte eine Festwoche statt, auch wenn das Vermögen nur bis zur Inflation 1923 reichte.Die Tradition wird seitdem mit Spenden weitergeführt. Im Jahre 2014 fand das 150. Kinderfest statt, es soll trotz 2-er Weltkriege bisher niemals ausgefallen sein.

Dietmar Hendel