Wanderung im Greizer Wald am 07.10.2001 mit dem GERAER WANDERVEREIN

Verlauf und Wissenswertes von der Strecke

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Beginn Parkplatz Waldhaus - Kalkhütte - Waldhaus - Pulverturm - Weißes Kreuz - Rundbank - Schlötengrund - Schlötenmühle - Waldhaus

Zeit: 5,5 Stunden, Gesamtstrecke ca. 18 km, Einkehr am Schluß im Kiosk Waldhaus

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Großes zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Neumühle, Greiz bis Werdau mit zahlreichen Tälern und Wanderwegen (meist gut markiert und beschildert).

Der Schlötengrund, ein ca.4 km langes Tal, zweigt bei Neumühle vom Knottengrund ab und endet beim Schlötenteich nahe Waldhaus, die Schlötenmühle war in der DDR Ferienheim (Chemiewerk Bad Köstritz). Eingangs des Schlötengrundes ist ein ehemaliger Porphyroidsteinbruch (Material für Straßenschotter), unterhalb davon ein kleiner See. Oberhalb Greiz befinden sich im Wald die markanten Punkte:

- Weißes Kreuz, erbaut 1838 auf dem Hirschsteinfelsen, von dort herrliche Sicht auf Greiz

- Pulverturm auf dem Roth-Berg, erbaut 1842 als Pulvermagazin, genutzt bis 1866

- Ein kleiner Aussichtsturm auf dem Brand (447 m) mit Sichtmöglichkeit bis in das Erzgebirge

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Kleine Siedlung auf einer Hochfläche im Greizer Wald, entstanden aus einer Rodungsinsel in der Feudalzeit zu forstlich-jagdlichen Zwecken (es gab ein einfaches Jagdschloß von Reuß ä.L., jetzt Thüringer Forstamt).

In einer kleinen Grube neben der Siedlung wurde früher Muschelkalk (einziges Vorkommen in der Umgebung) abgebaut und ab Anfang des 19. Jh. in einer Kalkhütte gebrannt. Neben der Kalkhütte existierte eine Pechsiederei.

Weiterhin gibt es in Waldhaus ein Mausoleum des letzten Greizer Fürsten Heinrich XXII., sowie ein Gehege einheimischer Tiere.

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Kreisstadt mit ca. 33 000 Einwohnern. Bis 1918 Residenzstadt und Hauptstadt des Fürstentums Reuß ä.L. Erste Erwähnung 1209 als "Groytz", 1359 als Stadt ("Greucz") urkundlich erwähnt.

In der Altstadt (unterhalb der Burg rechts der Elster) sind zahlreiche historische Gebäude und alte Bürgerhäuser erhalten geblieben, teilweise erneuert nach dem Stadtbrand von 1802.

Wahrzeichen der Stadt ist das Obere Schloß, erstmalig erwähnt 1209; zuerst Sitz der Vögte des Vogtlandes, ab 1564 Residenz der Herrschaft "Obergreiz" und bis 1809 Sitz von Reuß ä.L. Das Schloß wurde mehrfach erweitert und umgebaut.

Das Untere Schloß (es bildet mit Stadtkirche und Hauptwache ein markantes klassizistisches Ensemble) entstand 1564 durch Erbteilung als Herrschaftshaus, 1596 erfolgte der Umbau zum Schloß. Bis 1918 war es der Sitz des Landesherrn und bis 1927 Wohnsitz Heinrichs XXIV.

Zeitweilig gab es im Mittelalter zwei Herrschaftsbereiche, Ober- und Untergreiz.

Neben der Stadt der Greizer Park, ein 1870 angelegter Landschaftsgarten. Darin befindet sich das Sommerpalais, 1779-1789 als Sommerschloß des Fürsten Heinrich XI. erbaut, mit einer bedeutenden Bücher- und Kupferstichsammlung von Reuß ä.L.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde Greiz zum Zentrum von Textilindustrie (Webereien, Textilveredlung), dazu kamen im im 20. Jahrhundert Papier-und Plastindustrie sowie später Elekronikindustrie (z.B. Feutron).