Unsere Wanderung im Eisenberger Holzland

"Zwischen Hainspitz und Bad Klosterlausnitz"

am 09.10.2010 geführt und berichtet vom Vereinsmitglied D. Hendel

Sechs Wanderfreunde fuhren nach dem Treff in Gera mit PKW über Bad Köstritz - Tautenhain bis zum Parkplatz am Ortsausgang Bad Klosterlausnitz (Rote Pfütze). Start war dort ca. 9.00 Uhr. Es ging zunächst durch das Stille Tal in das Mühltal, vorbei an der Meuschkensmühle, aufwärts durch den Wald bis zur "Roten Pfütze" und weiter bis zum Aussichtspunkt neben den Sümpfen zur Frühstückspause.

Am Aussichtspunkt steht eine Tafel mit Angaben zur Flora und Fauna des Sumpfgebietes. Leider war die Hauptblütezeit der Sumpf-Pflanzen schon vorbei, trotzdem ist ein Besuch des Aussichtspunktes zu jeder Jahreszeit zu empfehlen. Nach der Stärkung wurde der Sumpf auf dem Hauptweg (gelb) gequert und die weitere Wanderung führte durch den Wald, vorbei am Parkplatz nahe der BAB 9 und der "Köppe" bis zum Mittagessen in der Gaststätte "Holzlandstube". Dort werden Thüringer Spezialitäten und Gerichte aus Pferdefleisch angeboten.

Nach einer Besichtigung der benachbarten Klosterkirche traten wir den Rückweg an: durch Kurpark, ein Stück auf der Hainspitzer Schneise und vorbei an "Försters Teichen" zurück zum Parkplatz. Die Strecke war ca. 12 km lang und verlief bei angenehmen Herbstwetter hauptsächlich durch das Waldgebiet um Bad Klosterlausnitz.

Einige kurze Angaben zur Region und der Strecke

Das Holzland

Das als "Altenburger Holzland" bekannte Waldgebiet (es gehörte bis 1918 zum Herzogtum Sachsen-Altenburg) umfasst im engeren Sinne folgende 8 Orte mit ihrer Umgebung: Hermsdorf, Oberndorf, Bad Klosterlausnitz, Weißenborn, Tautenhain, Reichenbach, St.Gangloff und Schleifreisen. Die Dörfer entstanden als Rodungssiedlungen etwa im 10. bis 12. Jh. Aufgrund des Holzreichtums und wenig Möglichkeit zur Landwirtschaft entwickelten sich für das Holzland typische Tätigkeiten der Holzverarbeitung. Die Region galt als das Zentrum der "Schirrmacher" und "Mullenhauer". Hergestellt wurden Leitern, Rechen, Backmulden, Schlitten, Schubkarren, Treppen und vieles andere Zubehör für Haus und Wirtschaft. Aber auch Pech, Harz und Holzkohle wurden gewonnen.

Bad Klosterlausnitz

Kurort mit ca. 3000 EW . Die Ortsentwicklung ist mit der Geschichte des ehemaligen Augustinerrinnenklosters "Maria Stein" verbunden. Der Ursprung des Klosters geht auf eine kleine Holzkirche zurück, die etwa 1132 errichtet wurde. Das Kloster wurde erstmalig 1137 in einer Urkunde des Papstes Innocenz II. erwähnt - dieses Jahr wird auch als Gründungsjahr für den Ort angegeben. 1410 erhielt das Kloster vom Papst Alexander V. die Ablaßgewährung und wurde als Wallfahrtsort genutzt. 1526 erfolgte bedingt durch die Reformation die Aufhebung des Klosters - es wurde fürstliches Kammergut. Der Ort entwickelte sich aus den Wirtschaftshäusren in der Umgebung des Klosters, er wurde zunächst als Lausnitz erwähnt, ab 1691 als Klosterlausnitz. Die heutige Kirche errichtete man 1863/66 im neuromanischen Stil aus den Resten der alten Klosterkirche.

Ab 1880 begann der Kurbetrieb als Luftkurort. 1929 errichtete der Einwohner Hermann Sachse im heutigen "Sachsenhof" das erste Moorbad, das Material kam aus den nahegelegenen Sümpfen. 1931 wurde der Betrieb von der Gemeinde übernommen und ein neues Gebäude errichtet. 1932 wurde die Bezeichnung "Bad" verliehen. 1954 erhielt das Moorbad die modernste Mooraufbereitungsanlage der DDR. Ab 1955 gehörte das Moorbad dem staatlichen Gesundheitswesen der DDR. Seit 1993 gibt es die Moritz-Klinik (orthopädische und neurologische Rehabilitation), weitere Kliniken sind in Bad Klosterlausnitz die Algos-Klinik (Schmerzklinik) und Fachklinik Klosterwald (Suchtbehandlung).

Die Sümpfe sind jetzt Naturschutzgebiet, das Moor für die Behandlung wird als Fertigprodukt gekauft.

Das Heimatmuseum "Altes Sudhaus"

Es befindet sich im Gebäude der ehemaligen Kommun-Brauerei. Sie wurde 1696 gegründet; 1972 in "VEB Holzlandbräu" umbenannt und der Braubetrieb in den weiteren Jahren eingestellt. Im Heimatmuseum (Eintritt frei) gibt es eine interessante kleine Ausstellung über die Geschichte der Region einschließlich Handwerk, Brauerei und Kloster. Im Erdgechoss des Gebäudes lädt die Gaststätte "Holzlandstube" zur Einkehr ein.

Das Mühltal bei Eisenberg

Ein ca. 8 km langes Tal zwischen Kursdorf und Weißenborn, vom Bach Rauda durchflossen. Die Mühlen (Mahl- und Sägemühlen) entstanden im Mittelalter (13. - 17.Jh.) und tragen vielfach noch die Namen der ehemaligen Besitzer. Der Fahrweg durch das Tal wurde 1901 gebaut. Aufstellung der Mühlen ab Weißenborn: Meuschkensmühle, Naupoldsmühle, Froschmühle, Pfarrmühle, Walkmühle, Amtsschreibermühle, Schössersmühle und Robertsmühle. Die Schössersmühle war als letzte bis 1953 in Betrieb. Die Meuschkensmühle war bis 1968 im Besitz von Milo Barus, dem einst stärksten Mann der Welt. Nahe dieser Mühle stand die älteste Glashütte Thüringens (1196 erwähnt).