Wanderung um Jena

am 26.06.2004 mit dem GERAER WANDERVEREIN

* Ausgangspunkt:

Start und Ziel war der Parkplatz in Lichtenhain neben dem Koch-Platz

PKW-Fahrgemeinschaften Gera-Jena und zurück

* Wanderstrecke:

Parkplatz > Ernst Haeckel Gedenkstein > Schwarzer Graben > Münchenrodaer Grund >

Forsthaus > Stern > Bismarkturm > Schottplatz > Lichtenhain Parkplatz;

Gesamtstrecke ca 15 km.

Wanderleiter: Dietmar Hendel

Rast zum Mittagessen gab es in der Gaststätte Forsthaus.

Die Wanderung führte über die Ammerbacher Platte, durch waldreiche Gründe westlich um Jena und über den Forst. Sie verlief auch ein Stück auf dem Thüringenweg und dem Wanderweg 100 km um Jena. Auf dem Weg gab es mehrere Stellen, von denen man interessante Ausblicke in das Saaletal oder auf die Stadt Jena hatte.

Das Wetter war trocken, wolkig teils sonnig mit Temperaturen bis ca. 20 øC. Teilnehmerzahl: 9 (1 Wanderleiter + 7 Mitwanderer + 1 Hund)

* Einige Angaben über Jena

Universitätsstadt und Hochtechnologiezentrum im Saaletal, ca. 100 000 EW.

Die erste Erwähnung war etwa um 850 als "Jani".

Etwa ab 1230 erfolgte die planmäßige Stadtgründung und Entwicklung zu einem Handelsplatz unter den Herren von Lobdeburg. Die Lobdeburger waren ein aus Franken stammendes Adelsgeschlecht mit Namen von Auhausen, sie nannten sich später "von Lobdeburg". Die Herren von Lobdeburg wurden erstmals 1133 urkundlich erwähnt. Sie spielten außer der Stadtentwicklung von Jena auch eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Raumes Jena-Holzland im 12. und 13.Jh.

Das Stadtrecht wurde 1236 erstmalig erwähnt (damals als Weinbauernsiedlung);

ab 1331 war Jena im Besitz der Thringer Landgrafen; ab 1349 im Besitz der Wettiner und ab 1741 gehörte Jena zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Im Jahre 1548 erfolgte die Gründung einer Hohen Schule im ehemaligen Dominikanerkloster. Diese erhob Kaiser Ferdinand I. 1558 zur Universität (als 18. in Deutschland). Gründer der Schule war der sächsisch-ernestinische Kurfürst Johann Friedrich I., genannt der Großmütige (Hanfried).

Im 19 Jh. setzte die Industrialisierung ein; 1846 wurden die optischen Werkstätten Zeiß und 1882 das glastechnische Laboratorium Schott gegründet.

Dadurch wurde die Grundlage für den Weltruhm Jenas als Stadt der Optik und Feinmechanik geschaffen.

Jena war der Wirkungsort bedeutender Pers”nlichkeiten wie Goethe, Schiller, Haeckel, Schleiden, Abbe, Zeiß, Schott, Hegel, Fichte, Brentano, um nur

einige zu nennen - 200 Gedenktafeln sind für Persönlichkeiten der Wissenschaft und Philosophie vorhanden.

Jena ist reich an Sehenswürdigkeiten in der Stadt und Wanderzielen in der Umgebung.

Die Stadt ist fast ringsum von Muschelkalkbergen umgeben, die sich über einem Sockel aus Schichten des oberen Buntsandsteins erheben.

Wegen des Bodens und des milden Klimas haben sich dort zahlreiche kalkliebende Pflanzen angesiedelt, von denen viele geschützt sind (z.B. viele Arten heimischer Orchideen oder Pflanzen aus dem südlichen oder südöstlichen Raum).

Schon im Mittelalter bekannt waren die 7 Wunder Jenas: ara (Altar - die Durchfahrt unter dem Altar der Stadtkirche), caput (Kopf - der Schnapphans am Rathausturm), draco (Drachen - ein um 1600 gebauter Drachen, jetzt im Stadtmuseum), mons (Berg - der Jenzig), pons (Brücke - die ehemalige Camsdorfer Brücke), vulpecula turris (der Fuchsturm), weigeliana domus (das mit zahlreiche Erfindungen ausgestattete Weigelsche Haus, 1898 abgebrochen).

Einige Superlative: Jena besitzt das weltälteste Planetarium; die Teufelslöcher sind die erste urkundlich erwähnte Höhle Deutschlands und bei Jenapharm wurde erstmalig in Deutschland Penicillin hergestellt, damit begann der Siegeszug der Antibiotika.

Zwei markante Bauwerke mit historischer Bedeutung für die Stadt sollen noch erwähnt werden:

- Der Fuchsturm oberhalb Ziegenhain; Es ist der Rest der ehemaligem Kaiserpfalz Kirchberg (mittlere Burg, 937 urkundlich erwähnt) auf dem Hausberg. Die Burg diente militärischen Zwecken, hatte aber auch eine missionarische Bedeutung (Bekehrung zum Christentum). Die Fuchturmgesellschaft wurde 1861 gegründet. Auf dem Hausberg gab es noch die Burgen Greifberg (1156 erwähnt) und Windberg (1279 erwähnt). Alle 3 Burgen wurden 1304 zerstört.

- Die Lobdeburgen

Die Herren von Lobdeburg besaßen 3 Burgen:

# die mittlere Burg, die Lobdeburg, eine romanische Burganlage, war seit 1166 im Besitz der Herren von Lobdeburg und wurde deren Stammsitz; seit 1344 im Besitz der Wettiner; im sächsischen Bruderkrieg 1451 zerstört

# die obere Burg, eine Vorburg oberhalb der Lobdeburg; davon sind nur noch Reste des Burggrabens erhalten

# die untere Burg (Schloß), 1236 erstmalig erwähnt; im Bruderkrieg 1450 zerstört und ab 1515 mit den Steinen der oberen Burg wieder aufgebaut; 1908/14 Umbau zum Nutzgebäude


* Noch einiges zu Punkten der Wanderung

+ Haeckel-Stein

Lieblingsplatz des Zoologen Ernst Haeckel; 1969 zum 50. Todestag wurde der Gedenkstein errichtet

+ Münchenrodaer Grund

Seitental zum Mühltal, führt als Wüstes Tal bis Vollradisroda

+ Wüstung Möbis

Stelle des ehemaligen Dorfes Möbis

+ Forst

Naherholungsgebiet mit Gaststätten und Wanderwegen; am Stern gibt es 7 Schneisen mit Blicken in die Umgebung