Kroatiens Naturschönheiten,

sauberes Wasser in der Adria und viel, viel Sonne

Als Kontrastprogramm zu unserer vorjährigen Wanderwoche in Norwegen einigten wir uns in diesem Jahr auf den Süden Europas, auf Kroatiens Naturparks. Wir, das ist der Geraer Wanderverein e.V. mit seinen stets willkommenen Gästen anderer Wandervereine aus Thüringen. Das Reiseprogramm wurde in Absprache mit „Wikinger individuell“ zusammengestellt. Zur Anreise nach Kroatien wählten wir den Bus von Gera nach Frankfurt und Flug von Frankfurt nach Zagreb. Auf dem Flughafen Frankfurt gesellte sich unser Reise- und Wanderleiter Marcel zu uns. Als wir auf dem Flughafen von Zagreb unsere Lufthansa-Maschine verließen, waren wir wegen der hochsommerlichen Temperaturen froh, dass wir nur noch 3 Std. Busfahrt bis zu unserer ersten Unterkunft in Novi Vinodolski zurückzulegen hatten. Geldumtausch erfolgte ganz problemlos gleich in einer Bankfiliale im Flughafengebäude, wäre aber auch im Hotel oder auf Poststellen möglich gewesen. In unserem Hotel angekommen, war nach der Zimmerbelegung und provisorischem Auspacken unsere erste Aktivität nicht das Wandern, sondern das Schwimmen im sauberen Wasser der Adria. Allerdings merkten wir sofort, dass der Ratschlag: Badeschuhe nicht vergessen – wirklich nötig war, denn der Strand war steinig, und es wurden auch die gefürchteten Seeigel gesichtet. Um es schon vorwegzunehmen: Die Tagestemperaturen sanken während unserer gesamten Reise nicht unter 30°, mittags hatten wir oft mehr als 35°, und nachts auch kaum unter 30°. Das Baden und Schwimmen war täglich mehrfach angesagt, ab Mitte unseres Aufenthalts konnten wir Wassertemperaturen von 28° messen.

Unsere erste Tagestour brachte uns zunächst eine frische Bootsüberfahrt zur Insel Krk. Von der Anlegestelle in Vrbnik wanderten wir über die Insel zu einer idyllischen Badebucht. Die Abkühlung im Wasser war uns äußerst willkommen. Vor der Rückfahrt nach Novi Vinodolski war noch ein Rundgang durch die historische Altstadt von Vrbnik mit Abkühlung von innen im schattigen Garten eines Weinlokals angesagt. Die Abkühlung von außen erfolgte im Meer, was direkt vor der Hotelterrasse lag.

Trotz der großen Hitze hielten wir die nächsten Tage an unserem Wanderprogramm fest. Der Risnjak-Nationalpark, nördlich von Rijeka, war unser nächstes Ziel. Wir wanderten über weite Wiesenflächen, und unsere Botaniker hatten ihre Freude an der vielfältigen Pflanzenwelt. Den Luchs, der dem Nationalpark seinen Namen gab (Ris = Luchs) sowie Braunbären und Hirsche haben wir leider nicht gesehen. Wir gingen auf Waldwegen entlang, die wir ohne unseren versierten Wanderleiter Marcel nie gefunden hätten. Er spricht auch selbst kroatisch und kennt dadurch Land und Leute hervorragend.

Am nächsten Tag nahmen wir Abschied von Novi Vinodolski, fuhren mit dem Bus die Küstenstraße entlang, die bis nach Dubrovnik führt. Wir unterbrachen die Fahrt im Nationalpark „Nördliches Velebit“, um dort eine mehrsündige Wanderung durch relativ karge Gebirgslandschaft zu unternehmen, die Besichtigung des berühmten Velebiter botanischen Gartens war für einige Wanderfreunde der Abschluss der Wanderung, andere gingen weiter zur Gipfelregion und hatten wunderschöne Ausblicke zum Meer.

In Starigrad-Paklenica angekommen, wurden wir im Hotel „Vicko“ zünftig mit einem Slibowitz begrüßt, dann aber auf mehrere Pensionen im Ort verteilt. Das war kein Nachteil für uns, denn das Meer lag jeweils nur ein paar Minuten von unseren Unterkünften entfernt. So lernten wir die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Kroaten kennen . Unsere Wirtsleute sprachen recht gut deutsch und erzählten uns, dass die Touristen noch nicht so zahlreich anreisen wie vor dem Krieg (1991 – 95). Sie baten uns, möglichst viel Reklame für ihr Land zu machen, was wir hiermit und an anderer Stelle auch sehr gern tun wollen.

Von Starigrad-Paklenica aus unternahmen wir eine herrliche Bootsfahrt durch den Velebitski-Kanal in das tiefeingeschnittene Canyon des Flusses Zrmanja. Die Fahrt ging bis Obrovac, wo wir eine auf dem Berg gelegene Ruine besichtigten. Als wir zurück an Bord kamen, wurden wir von der kleinen Bootsbesatzung köstlich und reichlich bewirtet. Der Slibowitz zur Verdauung und kroatischer Rotwein durften nicht fehlen. Auf der Rückfahrt nahmen wir vom Boot aus ein erfrischendes Bad.

Eine weitere Wanderung führte uns durch den enggeschnittenen Paklenica-Canyon, wo wir an den steilen Felsen auch Bergsteiger bestaunen konnten. Wir blieben lieber auf dem steinigen Weg, der bei 35° anstrengend genug war. Zwischendurch war eine Abkühlung im frischen Wasser des kleinen Flusses möglich, der durch die Schlucht führte. Der Rückweg fand unter voller Sonneneinstrahlung statt. Spätestens hier war uns klar, dass die schwierigste Wanderung mit +/- 750m Höhenunterschied im Paklenica-Nationalpark nicht stattfinden konnte. So nutzten wir diesen Tag für eine kleine Küstenwanderung mit mehreren ausgiebigen Badepausen.

Dann folgte ein weiterer Transfertag nach Süden zur Insel Murter mit Zwischenstop in Zadar und einer Stadtführung durch die Altstadt. Am späten Nachmittag kamen wir in Jezera-Lovisca auf der Insel Murter in einer großen, gepflegten Ferienanlage an. Von Jezera aus ging es tags darauf in den Krka-Nationalpark, wo wir zunächst mit einem Boot zur Klosterinsel Visovac fuhren. Der Krka-Fluss wird als schönster Karstfluss Kroatiens bezeichnet. Wir besichtigten das Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert. Dort leben Mönche, die das Kloster und den Garten sehr gut erhalten und pflegen. Flussaufwärts fahrend sahen wir hohe Wasserfälle, Seerosen, Wasserschildkröten und landeten mittags in einer urigen Mühlenkneipe. Wir wurden mit Schinken, Käse, Tomaten, frischem Brot, Rotwein ... bestens bewirtet. Dies war ein absoluter Geheimtipp unseres Wanderleiters, der von uns sehr gern angenommen wurde. Gut gesättigt und gelaunt traten wir per Boot den Rückweg an, um die Welt der Wasserfälle zu umwandern. An der erlaubten Badestelle gönnten wir uns eine Abkühlung. Am Ende der kurzen Wanderung ging es nur bergauf, aber wir konnten an markanten Punkten die Schönheit der Kaskaden-Wasserfälle der Krka gut überblicken.

Der nächste Tag auf der Insel Murter war als ganztägiger Bootsausflug durch die Inselwelt des Kornati-Nationalparks geplant. Auf der Hinfahrt zur Insel Kravjacica gestikulierte plötzlich ein Angehöriger der Bootsbesatzung und deutete in die Ferne, um uns dort schwimmende Delphine zu zeigen, von denen noch ca. 220 Exemplare in der Adria leben sollen. Auf der Insel angekommen, unternahmen einige der Wanderfreunde eine etwa zweistündige Wanderung auf den Berg Metlina. Er ist zwar bloß 237m hoch, aber in der Mittagshitze und ohne nennenswerten Sonnenschutz durch Bäume oder Sträucher reichte das vollkommen. Nach der Rückkehr wurde natürlich wieder gebadet. Das Kornati- Archipel besteht aus ca. 140 meist unbewohnten Inseln mit sehr karger Vegetation. Der gesamte Nationalpark ist ein Paradies für Segler und andere Wassersportler.

Der letzte Tag auf der Insel Murter war zur freien Gestaltung gedacht: Einige besichtigten die nahegelegene Stadt Sibenik, andere umwanderten einen Teil der Insel oder besichtigten die nähere Umgebung der Ferienanlage.

Den Abschluss unserer Reise durch einen Teil Kroatiens bildete eine Wanderung mit kurzer Bootsfahrt durch die Seen- und Waldlandschaft im Nationalpark Plitwitzer Seen. Dies ist der schönste und bekannteste Nationalpark Kroatiens und wurde in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen.

Der Park besteht aus 16 großen und kleinen Seen, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. Es gibt sehr dichte Laub- und Nadelwälder, die teilweise noch Urwaldcharakter haben. In dem kristallklaren blaugrünen Wasser sieht man umgestürzte Bäume liegen, durch die Schwärme verschiedener Fischarten schwimmen. Im größten der Seen fahren umweltfreundliche Elektroboote. (Hier soll übrigens der Karl-May-Film „Der Schatz im Silbersee“ gedreht worden sein.) Wir wanderten mehrere Stunden durch dieses einzigartige Gebiet und waren fasziniert von der Schönheit dieses Parks. Neben Seen, Wäldern, unterschiedlichen Wasserfällen gab es auch herrliche Blumenwiesen, Höhlen, Quellen, Moose, Farne ... zu bestaunen. Mit uns staunten noch viele andere Reisegruppen, denn der Park wird von ca. 700.000 Touristen jährlich besucht. Auf alle Fälle war dieses Seengebiet das absolute „Sahnehäubchen“ unserer Reise, ohne die vorangegangenen Erlebnisse schmälern zu wollen. Der Reisetermin vom 09.06. bis 21.06.03 war gut gewählt, denn zu dieser Zeit ist die Wasserführung am höchsten, und die Wasserfälle sind dadurch am beeindruckendsten.

Abschließend bedanken wir uns nochmals bei unserem freundlichen Reise- und Wanderleiter Marcel und empfehlen allen Wanderfreunden eine Reise zu den Nationalparks Kroatiens.

Sibylle Kühlich

Geraer Wanderverein e.V.