Frühlingserwachen in Finne, Schmücke und Kyffhäuser.

Vom 22. 4. bis 29.4. 2006 waren 25 Wanderbegeisterte mit Klaus Standau auf dem Weg von Bad Kösen nach Nordhausen. Das Frühlingserwachen während dieser Zeit war ein besonderes Erlebnis. Die Waldpflanzen nutzten den Lichteinfall am Boden, bevor die Buchen ihr Laubkleid anlegten. Wir erlebten Teppiche aus Buschwindröschen, Lerchensporn, und Bärlauch, und die Wiesen waren voller Schaumkraut und Schlüsselblumen. Wie kann ein Frühling schöner erwachen.

„Frühlingserwachen“

Der erste Wandertag führte uns nach Bad Sulza. Der Fährmann brachte uns in Bad Kösen über die Saale, und es ging dann durch die Weinberge zum Tagesziel. Wir hatten unsere Unterkunft soeben erreicht, als ein Gewitterschauer niederging. In froher Runde schloss der Tag am Schwanenteich ab.

„Wandergruppe bei Überfahrt über die Saale“

Am zweiten Tag ging`s von Bad Sulza nach Rastenberg. Bei Auerstedt gedachten wir der Schlacht von 1806. Wir Wanderer vergessen aber auch den von Regen aufgeweichten Lehmboden nicht, unter und an den Schuhen bildete sich eine dicke Pampe.

„Auch schlechte Wegstrecken und Regen hielt die Wandergruppe nicht auf“

In Eckartsberga (Sachsen-Anhalt) besuchten wir die Eckartburg. Der weitere Weg führte, recht ungewöhnlich, über einen Friedhof. Von selbst stellten sich Gedanken der Vergänglichkeit ein. Sodann ging`s an der Grenze Sachsen- Anhalt und Thüringen entlang. Das ehemalige Königreich Preußen hat hier durch markante Grenzsteine für klare Herrschaftsverhältnisse gesorgt. In Rastenberg waren wir dann wieder im heutigen Thüringen.

„Blick vom 'Himmelreich' zum 'Saalech'“

Am dritten Tag machten wir uns auf den Weg von Rastenberg nach Beichlingen. Wir wurden auf Grabhügel aus der Bronzezeit aufmerksam. Eine Gaststätte in Burgwenden erinnert den Chronisten an die Schwalben, die an der Holzdecke vor der Toilette nisteten. Auf den Weg zum stillen Örtchen waren Treffer von oben zu befürchten.

„Rast an den 'Vier Linden'“

Den vierten Tag (Ziel: Bad Frankenhausen) begannen wir mit einer Besichtigung des Schlosses Beichlingen. Sodann ging es lange Zeit durch den Wald. Wegen Baumfällarbeiten mussten wir eine Umgehung auskundschaften. Wie bequem ist`s doch auf gezeichneten Wegen!

„FWo geht es hin?“

In der Gegend von Harras / Heldburg stießen wir auf das Autobahnprojekt A 71. Der Chronist hat seitdem seinen Wortschatz um „Bautabuzone“ erweitert.

Schließlich standen wir in Oldisleben- Sachsenburg auf der Unstrutbrücke. Inzwischen war es recht sommerlich geworden, so dass wir lediglich zur Hakenburg aufstiegen. Von Oldisleben fuhren wir dann mit dem Bus die restlichen Kilometer nach Bad Frankenhausen.

„Hakenburg am Unstrutdurchbruch“ „Rast auf der Hakenburg“

(Von Kuchen- und Eisessen in Oldisleben steht nichts in Reiners Bericht)

Den fünften Tag (26.4.06) machte jeder von uns zu einem eigenen Bad Frankenhausen-Tag. Einige besuchten die Barbarossahöhle, andere die Kyffhäuser-Therme. Der Chronist wiederum war nachhaltig von dem monumentalen Bauernkriegspanorama beeindruckt. Der Maler Tübke (+ 2004) hat das Gemetzel von Frankenhausen (1525) zum Mittelpunkt der Darstellung der Verhältnisse der damaligen Zeit gemacht. Beim Abstieg von der Höhe, auf der das Panorama- Museum errichtet ist, ist eine Mitwanderin leider so unglücklich gestürzt, dass sie mit einem Bruch am Handgelenk im Krankenhaus verbleiben musste.

Am 27.4.06. haben wir von Bad Frankenhausen aus eine Rundwanderung unternommen. Trotz regnerischen Wetter, glitschiger Wegstrecke und wiederholten Auf- und Abstiegen haben wir nichts am Tagesprogramm gestrichen. Nach einem Blick in die Königspfalz Tilleda hat sich die Wandergruppe geteilt. Die Kyffhäuserfans sind bei ungünstigen Wetterbedingungen zum Denkmal hochgestiegen; die anderen haben den Kaiserweg genommen.

Beim Chronisten sind die Schönheit des Waldes im Naturpark Kyffhäuser und die gute Wegezeichnung in Erinnerung.

Ehe wir Bad Frankenhausen verlassen soll nicht unerwähnt bleiben,, dass uns das Gasthaus & Pension „Zur Quelle“ bestens verpflegt und betreut hat. Die Wandergruppe brachte im und vor dem Gasthaus mit Gesang ihren Dank zum Ausdruck.

Am 28.4.06 ging´ s von Bad Frankenhausen nach Berga (Sachsen-Anhalt).

Zu Beginn der Wanderung sorgte die Wandergruppe mit einem Ständchen für Brigitte, die zurückbleiben musste, im Bad Frankenhäuser Krankenhaus für Aufsehen.

Zur Mittagspause waren wir in der Gaststätte am Fernsehturm nahe der Rothenburg. Fünf Wildschweine nahmen Reißaus; wir hatten sie offenbar während ihrer Siesta gestört. Bei Kelbra verabschiedeten wir uns mit einem Ausblick zum Kyffhäuser- Denkmal, zum Fernsehturm und zur Rothenburg vom Kyffhäusergebirge. Mit Kelbra verbindet der Chronist die Erinnerung an Teilstücke der neuen Autobahn A 38. Das Bauwerk ist beim Blick über die Goldene Aue unübersehbar.

„Gruppenfoto an der Eiche bei Ratsfeld“

Der letzte Wandertag (29.4.) brachte uns von Berga bis an den Stadtrand von Nordhausen. Wir waren auf den Karstweg und lernten die besonderen geologischen Verhältnisse dieser Gegend kennen. Die Dolinen am Weg und die erläuternden Hinweise dazu stießen auf großes Interesse. Für das letzte Stück des Weges zum Bahnhof Nordhausen nahmen wir die Straßenbahn. Es waren nur noch 5° Grad C, und es gab heftigen Graupel- und Regenschauer, die letzten winterlichen Zuckungen.

Eine schöne Wanderung durch Thüringen, teils auch durch Sachsen- Anhalt, war beendet.

Reiner Engelmann, Münster in Westfalen

+ geringe Ergänzungen durch den Wanderführer