An der Saale hellen Strande

Entlang der von Saalfeld bis Bad Kösen

Vom 8.5. bis 15. 5. 2004 waren wir 21 Wanderbegeisterte wieder mit Klaus Standau unterwegs. Er führte uns von Saalfeld nach Bad Kösen , mal rechts-, mal links der Saale, bergauf und bergab.

In Saalfeld kamen wir nicht gleich in Gang , da sich mehrere Wanderer wegen Störungen im Schienenverkehr verspäteten. Der Stadtrundgang wurde verkürzt, deshalb einige Fotos von Saalfeld.

„Johanneskirche mit Markt“ "Darrtor“ "Blick von Darrtor zur Saalebrücke“ "Residenzschloß“

Für die Bläser auf dem Rathausbalkon haben wir uns aber Zeit genommen. Die nächste längere Pause gab es dann auf dem höchsten Punkt der Wanderwoche, dem Saalfelder Kulm (482 m). Im Berggasthaus stärkten wir uns und genossen den großartigen Überblick über Saalfeld. Die Turmersteiger bekamen bei 500m Seehöhe allerdings noch etwas mehr zusehen. Schließlich kamen wir mit einem kleinen Umweg gegen 17.30 Uhr in Kolkwitz an.

Am 2. Tag haben wir uns auf einen Rundweg östlich von Kolkwitz begeben.

Zunächst brachte uns ein Bus in das Betriebsgelände „Heidelbeere“ Rückersdorf. Von dort wanderten wir zur Saale, begleiteten den Fluss entlang hoher Sandsteinwände , kamen zur Kirchruine Töpfersdorf

„Kirchruine Töpfersdorf“

und kehrten zum Eintopfessen in Friedebach ein. Auf dem weiteren Weg durch die Hintere Heide bis Kolkwitz erinnerten uns Grenzsteine und Gerichtsplätze an vergangene Zeiten.

„Der Sammelstein“

Der 3. Tag mit dem Weg von Kolkwitz nach Freienorla begann mit einem Abschiedsfoto von „Edelhof“

„Abschied von „Edelhof““

und einer Kremserfahrt.

„Aufbruch zur Kremserfahrt“

Die Pferde brachten uns zur Weißenburg . Anschließend war kräftig zu marschieren. Wir blieben nicht nur rechtsder Saale , sondern wanderten links der Saale über Partschfeld und Heilingen nach Orlamünde.

Die Führung durch die Kemenate (romanischen Ursprungs) war sehr interessant. Es verdient Anerkennung, wie örtliche Vereine sich um die Erinnerung an Geschichte und Kultur ihres Ortes bemühen.

Insbesondere von diesem Wege ist dem Chronisten in Erinnerung, welch herrliche Natur wir erlebten.

Der Blick ging über gelbe Rapsfelder und gelbe Wiesen.

„Blick in den Hexengrund“

Es gab Anemonen, Knabenkraut und Schlüsselblumen. Gegen 17 Uhr waren wir wieder auf der rechten Seite der Saale in Freienorla. Die jenigen von uns , die der Pension Untermühle zugeteilt waren, hatten Gelegenheit, die Wassermühle und deren Technik zu studieren. In Frau Demuth haben sie eine charmante Wirtin einer interessanten und sehr geschmackvoll eingerichteten Pension kennen gelernt. Das war wohl auch einer der Gründe, warum zum Abschied als Dankeschön „ Das Wandern ist des Müllers Lust“ gesungen wurde. Nicht weniger herzlich ging es in der Pension „Schmidt“ zu. Hier wurden die Wanderer durch die Gastgeber mit Thüringer Trachten mit Drehorgelmusik unterhalten.

Der 4. Tag führte uns von Freienorla nach Seitenroda. Die Kaltblut – Rückepferde hatten am Born soeben ihre Arbeit erledigt. Es ging zum Herzogstuhl und der Jagdanlage Rieseneck.

„Der Herzogenstuhl“

Wie zu alten Zeiten sind wir durch einen unterirdischen Gang ins Jagdrevier gekrochen, und weil es auf der anderen Saaleseite so interessant ist , haben wir uns schließlich auch dort mal wieder umgesehen. Das Rathaus von Kahla war wegen Bauarbeiten zugehängt, der Gastraum gottlob zugänglich. Die dort ausgehängte Devise

„Genieße dein Leben ständig, denn du bist länger tot als lebendig“ hat der Chronist in die Sammlung seiner Wandererfahrungen aufgenommen.

Nach erneuter Saaleüberquerung haben wir uns über den Dohlenstein zur Leuchtenburg hinaufgearbeitet, wahrlich eine Burg, die weit in das Land leuchtet. Der Aufstieg hat sich gelohnt. Bei Gewitterstimmung sind wir schließlich in Seitenroda angekommen.

„Die Leuchtenburg bei Gewitterstimmung“

Am 5. Tag wanderten wir am östlichen Saaleufer nach Jena . An der Rabenschüssel machten wir Pause und genossen den Blick auf Jena`s Vororte. Durch die Bögen der Autobahnbrücke

„Autobahnbrücke bei Göschwitz“

ging es der Saale entlang auf Jena zu.

An einer Anlegestelle beobachteten wir die kräftigen Nutrias , die sich füttern ließen. Als wir die Wöllnitzer Kirche erreicht hatten, war es bis zur Unterkunft am Stadion nicht mehr weit.

Der 6. Tag brachte uns von Jena nach Tautenburg. Einer unserer Mitwanderer ermöglichte die Besichtigung der Schillerkirche in Jena.

„Schillerkirche in Jena“

Dort wird der Trauung Schillers mit Charlotte von Lengefeld erinnert.

Anschließend ging es über den Jenzig zur Kunitzburg. Dort gab es eine herrliche Aussicht auf Jena bis zu den Dornburger Schlössern. Mittags konnten wir uns in einer Kantine einer landwirtschaftlichen Genossenschaft in Golmsdorf stärken. Von Beutnitz ging es mit heftigen Anstieg aufwärts. Es kostete Schweiß, bis wir den Grenzsteinweg erreicht hatten. Leichten Schrittes ging es dann aber auf Tautenburg zu.

Der 7. Tag mit dem Weg von Tautenburg über Dornburg nach Camburg war der Höhepunkt der Wanderung. Am Rastplatz „Hohe Lehde“ und vom nachfolgenden schmalen Höhenweg hatten wir einen großartigen Blick über die Saalelandschaft. Als wir schließlich die Dornburger Schlösser ereichten , waren wir hellauf begeistert. In Dornburg verbreiteten Weinstöcke und Ranken südlichen Flair.

„Blick zu den Dornburger Schlössern“ "Blick von den Dornburger Schlössern ins Saaletal“

Am 8. Tag ging es von Camburg nach Bad Kösen.

„Gruppenfoto (vorm Hotel „Zur Tautenburg“)"

Wir wanderten durch Wald und Wiesen, teils reichte das Gras bis zum Knie. Nahe der Saale war das Gelände mitunter sehr glitschig . Inzwischen waren wir solchen Wegen aber gewachsen. Von „Saaleck“ und „Rudelsburg“ gab es wieder die weiten Ausblicke über die Saalelandschaft. Die hellen Kalksteinwände zauberten der Saale den hellen Strand.

„Der Saale hellen Strande"

Ein großartiger Weg hat in Bad Kösen geendet. Wir konnten die Wanderwoche wohlbehalten beenden und haben dafür unserem Wanderführer Klaus Standau herzlich gedankt. Dank auch an Brigitte Ehrhardt für alle Bemühungen und Erklärungen gelegentlich der Wanderung.

Es berichtet ein „Wessi“ , der von Thüringen begeistert ist.

Reiner Engelmann, Münster in Westfalen