Frühling in Thüringen.

Auf dem Thüringenweg von Altenburg nach Gera

von Reiner Engelmann; Münster

Fotos: Brigitte Ehrhardt, Ute Richling , Klaus .Standau

Vom 26. April bis 3. Mai 2003 wanderten wir 19 Wanderbegeisterte unter Führung von Klaus Standau auf dem Thüringenweg.

Für vier von uns „ging“ es um das noch fehlende dritte Stück dieses Weges, mit dem wir am 30. September 2000 begonnen hatten, weitere sechs waren bereits zum 2. Male auf dem Thüringenweg unterwegs. Offensichtlich hat er Anziehungskraft.

„Wandergruppe beim Start am Bahnhof Altenburg“

Nach einem Stadtrundgang durch Altenburg, der uns zum Schloß und zum Skatbrunnen geführt hatte, machten wir in den Paditzer Schanzen unsere erste Rast im lichten Wald. Er hielt sonnige und schattige Stellen bereit und vermittelte frühlingshafte Stimmung. Wir hatten gerade unser Ziel Schmölln erreicht, als die Sohle eines Wanderschuhs deren Besitzerin verließ. Der Hotelier in Schmölln sorgte dafür, dass am nächsten Tag, einem Sonntag, frühmorgens neue Wanderschuhe gekauft werden konnten.

Dann ging es nach Braunichswalde. An den Selkaer Teichen wurde pausiert. Mehrere Rehe sprangen ganz verstört an uns vorbei. Die uralt Eiche in Nöbdenitz war auch in diesem Frühling wieder grün geworden; ein Wunder der Natur. Mittags hatten wir die Burg Posterstein erreicht. Die Burgkirche mit ihren wuchtigen barocken Holzschnitzereien war großartig.

„Kirche von Posterstein“

Bevor es einen kräftigen Gewitterguss gab, hatten wir den Bismarkturm auf dem Reuster Berg erreicht. Das Glück war uns gleich doppelt hold: Zwei Familien hatten den Gastraum geöffnet und eine Kaffeetafel hergerichtet. Wir waren zu Kaffee und Kuchen eingeladen und ließen es uns gut gehen. Zur Turmbesteigung schien bereits wieder die Sonne und wir kamen vergnügt in Braunichswalde an.

„Kirche von Braunichswalde“

Ziel des 3. Tages war Greiz. Zunächst ging es aber durch das Wismutgebiet. Unser Wanderführer hat einiges zur Uranerzgewinnung, den Aufbereitungsanlagen und den weithin sichtbaren Abraumhalden erläutert. Die Landschaft bekommt nach und nach wieder ein freundliches Gesicht, wenn sie auch nicht zu begeistern mag.

Ab Teichwolframsdorf wurde es richtig schön.

„Nach der Rast in Teichwolframsdorf wurde der Greizer Forst gestürmt“

Gerhard Marcinkowski aus Greiz hatte sich zu uns gesellt und begleitete uns über Waldhaus nach Greiz. Wir hörten über Land und Leute und der Fürstenfamilie Reuß ä.L.. Der Chronist dieses Artikels erinnert sich des Weges besonders wegen des Ausblicks zum ca. 40 km entfernten Auersberg (1018 m) im Erzgebirge. Auch der Ausblick vom „Weißen Kreuz“ auf Greiz und Umgebung bleibt unvergessen.

Am 4. Tag wanderten wir mit Gerhard Marcinkowski zur Göltschtalbrücke. Wir waren kurze Zeit in Sachsen. Es war der Wandertag, auf dem wir unseren Wanderführer vorübergehend verloren hatten,

„ Wandergruppen an der Göltschtalbrücke“

Am 5. Tag ging es von Greiz nach Berga - Albersdorf.

„Abschied von Greiz“

Der Weg führte entlang der weißen Elster , einer der schönsten Wege der Wanderwoche. Unterwegs haben wir uns in Nitschareuth und speziell im dortigen Bauernmuseum umgesehen.

„ Rast am Bauernmuseum“

Gestärkt mit einigen Fettbroten gelangten wir an das Ziel Albersdorf.

Am 6. Tag war der Mai gekommen. Der Wandertag galt dem Mittleren Elstertal und ließ uns bei der Fuchsmühle und am Unterhammer einkehren. Mit anderen Maiausflüglern erfreuten wir uns der großartigen Natur.

Am 2. Mai liefen wir vorbei an der Clodramühle () nach Wünschendorf mit Abstecher nach Weida. Es gäbe viel zu berichten. Hier mag ausreichen. an den Besuch der Kuchenfrau von Weida, den Aufstieg zur Osterburg und den Gang über die Holzbrücke zu erinnern.

Foto Nr. 9 „Osterburg“ „Holzbrücke in Wünschendorf“

Am achten und letzten Wandertag führte unser Weg von Wünschdorf nach Gera.

Wir hatten Gelegenheit , die Kirche in Nibra zu besichtigen. Der Marienaltar, im Mittelpunkt die Krönung Mariens zur Himmelsgöttin, hat den Chronisten sehr beeindruckt. Der Besuch dieser Marienkirche in Marienmonat Mai konnte gar nicht besser geplant sein.

Wir haben eine schöne Zeit erlebt und sind mit herzlichen Dank an unseren Wanderführer Klaus Standau und an Brigitte Ehrhardt für alle Bemühen um einen guten Verlauf der Wanderung wieder nach Hause gefahren.

Auf ein Wiedersehen in Thüringen.